Modelo 720 in Spanien: Was deutsche Steuerresidenten wirklich melden müssen
Das Modelo 720 wurde nicht abgeschafft, nur die Strafen wurden 2022 reformiert. Was deutsche Steuerresidenten in Spanien tatsächlich über ihr Vermögen in Deutschland melden müssen.
Dies ist keine Steuerberatung. Die Schwellenwerte und Zahlen unten sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung anhand offizieller Quellen geprüft, aber deine persönliche Situation verändert alles. Sprich mit einem deutschen Steuerberater und einem spanischen Gestor, bevor du auf Grundlage dieses Artikels entscheidest.
Wer danach sucht, stolpert fast immer über dieselbe Behauptung: Das Modelo 720 sei abgeschafft worden. Das stimmt nicht. Verändert hat sich 2022 die Strafe bei Fehlern — nicht die Pflicht selbst. Wirst du steuerlich in Spanien ansässig, musst du weiterhin melden, was du im Ausland besitzt.
Was das Modelo 720 wirklich ist
Es ist eine Informationserklärung, keine Steuerrechnung. Sobald du steuerlich in Spanien ansässig wirst, musst du Vermögenswerte außerhalb Spaniens melden — das deutsche Sparkonto, das Aktiendepot, die vermietete Wohnung in Köln —, wenn eine der Kategorien 50.000 € übersteigt. Für die Meldung selbst zahlst du nichts; sie dient allein dazu, dass die Agencia Tributaria weiß, was du im Ausland hältst. Das steht komplett getrennt von einer eventuellen Hypothek oder den laufenden Kosten, die du in Spanien schon kennst.
Die 50.000-€-Schwelle — drei getrennte Kategorien, nie zusammengerechnet
Hier passieren die meisten Fehler. Die Schwelle gilt getrennt für drei Kategorien, nicht für dein gesamtes Auslandsvermögen:
- Bankkonten außerhalb Spaniens.
- Wertpapiere, Aktien, Versicherungen und Investmentfonds außerhalb Spaniens.
- Immobilien außerhalb Spaniens.
Überschreitest du 50.000 € in einer Kategorie, meldest du diese Kategorie. Ein Sparkonto mit 40.000 € und ein Depot mit 45.000 € lösen nichts aus, weil keine der beiden Kategorien allein die Schwelle erreicht — addiert werden sie nie.
- 50.000 € — Schwelle je Kategorie (Konten / Wertpapiere / Immobilien), getrennt geprüft. Quelle: Agencia Tributaria.
- 1. Januar – 31. März — Meldefenster jedes Jahr, für den Stand zum 31. Dezember des Vorjahres. Für das Steuerjahr 2025: bis zum 31.03.2026.
- 20 € je nicht gemeldeter Position, 300–20.000 € je Kategorie — aktueller Strafrahmen bei Fehlern, nach dem allgemeinen Steuerregime seit der Reform 2022 (Ley 5/2022).

Machen wir den ersten Schritt?
Den Preis legt der Bauträger fest — er steigt mit dem Baufortschritt. Der heutige Preis ist der niedrigste.
Warum heißt es dann überall, es sei abgeschafft?
Weil tatsächlich etwas passiert ist — nur nicht das, was viele annehmen. Im Januar 2022 entschied der Europäische Gerichtshof (Rechtssache C-788/19), dass Spaniens ursprüngliches Sanktionsregime für das Modelo 720 unverhältnismäßig war: feste Strafen von 5.000 € pro Fehler und ein Zuschlag von 150 % auf nicht gemeldetes Vermögen, das als "nicht gerechtfertigter Vermögenszuwachs" behandelt wurde — ohne jede zeitliche Grenze, wie weit Spanien zurückgehen durfte. Spanien schaffte dieses Regime noch im selben Jahr ab. An seine Stelle trat der allgemeine steuerliche Sanktionsrahmen — real, aber weit weniger hart. Das Formular selbst und die Meldepflicht sind geblieben.
Was gilt für Vermögen, das du schon vor dem Umzug hattest
Das ist der Teil, der für die meisten deutschen Käufer wirklich zählt: Dein Sparkonto, deine Rentenverträge und dein Depot in Deutschland gab es meist schon lange, bevor du steuerlich in Spanien ansässig wurdest. Ein Urteil des spanischen Tribunal Supremo von 2022 legte die Verjährungsfrist für die Umqualifizierung nicht gemeldeten Auslandsvermögens als "nicht gerechtfertigten Vermögenszuwachs" auf die reguläre Frist von 4 Jahren fest — unbegrenzt ist sie nicht mehr. Vermögen, das nachweislich vor deiner spanischen Steuerresidenz erworben wurde, fällt in der Regel nicht mehr unter dieses Risiko, solange du das Erwerbsdatum belegen kannst. Belege aufheben lohnt sich.
Bevor du irgendetwas meldest:
- Kläre mit einem deutschen Steuerberater dein genaues Datum der spanischen Steuerresidenz — die Pflicht beginnt dort, nicht mit dem Immobilienkauf.
- Lass einen spanischen Gestor jede Kategorie einzeln gegen die 50.000-€-Schwelle prüfen.
- Bewahre datierte Nachweise deutscher Konten und Anlagen auf, die vor dem Umzug bestanden — der Nachweis des Zeitpunkts schützt dich.
- Warte nicht bis März: Kontoauszüge und Bewertungen aus Deutschland zusammenzustellen, dauert länger als gedacht.
Was Legado macht, ist keine Steuerberatung — sondern dafür zu sorgen, dass der Kauf selbst reibungslos läuft: ein unabhängiger Anwalt, der für dich arbeitet, und die NIE- und Papier-Checkliste, die Nicht-Residenten brauchen, lange bevor Residenzfragen überhaupt anstehen.
Das ist der zweite Teil einer kurzen Serie zu spanischen Steuern für deutsche Käufer — im ersten Teil geht es um die Vermögensteuer, im dritten um das, was Vermietung oder Verkauf wirklich kostet.
Häufig gestellte Fragen
Wurde das Modelo 720 abgeschafft?
Nein. 2022 kippte der Europäische Gerichtshof nur das alte, unverhältnismäßige Sanktionsregime. Die Meldepflicht für Auslandsvermögen gilt vollständig weiter.
Was muss gemeldet werden?
Bankkonten, Wertpapiere/Versicherungen und Immobilien im Ausland — jede Kategorie getrennt gegen die Schwelle von 50.000 € geprüft, nie zusammengerechnet.
Bis wann muss ich melden?
Vom 1. Januar bis 31. März jedes Jahres, für den Vermögensstand zum 31. Dezember des Vorjahres.
Was passiert, wenn ich nicht melde?
Feste Strafen nach dem allgemeinen Steuerregime seit 2022: rund 20 € je nicht gemeldeter Position, mindestens 300 €, höchstens 20.000 € je Kategorie — deutlich niedriger als früher, aber real.
Gilt das auch für Vermögen, das ich schon vor dem Umzug nach Spanien hatte?
Ja, gemeldet werden muss es trotzdem, sobald du steuerlich in Spanien ansässig bist. Ein Urteil des Tribunal Supremo von 2022 setzt aber eine reguläre Verjährungsfrist von 4 Jahren für die Umqualifizierung nicht gemeldeten Vermögens — Vermögen, das nachweislich vor deiner Residenz bestand, fällt in der Regel nicht mehr darunter.
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